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Der Fisch und die Giftfässer (Ausschnitt)

Ich sehe Dunkelheit.
Es ist ein Fisch (das Tier des fünften Chakras) und deswegen ist es so dunkel. Ein runder Fisch mit einem Auge oben drauf. Er hat ein paar Stacheln und hat ein Auge, das an einer Tentakel hängt. Ein runder Fisch mit einem nach oben und nach vorn gebeugt guckenden Auge. Wie so eine Laterne. Mit einem Auge, das leuchten kann. Er ist ganz tief im Meer.

Er hat ein paar Fischfreunde, mit denen er Karten spielt. Er fühlt sich ganz zufrieden. Er kommt nicht aus der Tiefe heraus, er lebt dort unten. Er hat mal woanders gelebt, aber jetzt lebt er da unten, weil dort Artgenossen von ihm sind.
Sein Leben ist immer dasselbe, tagaus, tagein.
Er wünscht sich, dass ich mal öfters mit ihm schwimmen gehe oder tauchen.

Frag ihn bitte, ob du mal in ihn hineinschlüpfen darfst, um zu erleben, wie es ist, ein Fisch zu sein.

Er möchte lieber, dass ich in einen Freund von ihm schlüpfe, damit wir zusammen schwimmen können.

Das da oben, was ich als Laterne beschrieben habe, scheint wohl doch kein Auge zu sein, obwohl es so aussieht; weil man damit alles beleuchten kann, wo man hin schwimmt und was man sich ansehen will. Dadurch hat der Fisch eine Art Rundum-Blick und kann immer gucken, was um ihn ist. Er hat zwar Stacheln zur Abwehr, aber Feinde hat er keine, weil er sie ja vorher sieht. Wir tauchen durch ein Schiff durch, ein Wrack, was wohl schon lange dort liegt. Er sagt, es gibt auch Gebiete, wo er nicht hintauchen würde, weil da Fässer liegen.
Es sind keine gesunden Fässer. Giftmüll.

Für ihn wäre es schön, wenn ich sein Meer saubermachen könnte.

Wie kannst du das tun?

Er sagt, ich könnte als Wal wiederkommen und versuchen, da so durchzuschwimmen, dass es weg ist. Dass sich das irgendwie verschiebt. Oder es mit der Schwanzflosse einbuddeln.

Hat er eine Idee, wie du Wal werden kannst?

Nein, weil er selber nicht so oft welche sieht.

Möchte er denn welche sehen?

Ja.

Frag ihn doch, ob er mitkommen will dorthin, wo Wale sind?

Ja.

Wollt ihr zusammen hin schwimmen?

Er glaubt nicht, dass das geht, weil er nicht durch den Giftmüll schwimmen will.

Und es geht nur der Weg über den Giftmüll zu den Walen?

Das andere wäre ein Umweg.

Ist es denn so schlimm, den Umweg zu nehmen?

Auf diese Idee scheint er noch nicht gekommen zu sein.
Wir schwimmen jetzt zu den Walen. Es sind riesige Wale. Wir fragen drei Wale.
Sie sagen: „Ja, gerne.“ Der eine Wal schiebt die Fässer in irgendeinen Abgrund hinein, ein anderer Wal schiebt einen Felsen, dass er da drauf geht wie so ein Deckel und der dritte Wal quatscht mit uns und erzählt, wie toll das seine Kumpels machen.

Der Fisch freut sich. Später müssen noch andere Stellen gereinigt werden.
Er bedankt sich bei mir, weil ich mitgeholfen habe, sein Meer zu reinigen.